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Jetzt wird’s intim. Schambehaarung bei Radsportlerinnen unter die Lupe genommen

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Seit die englischen Radfahrerinnen in Olympia abgeräumt haben, wird im Netz die Schamhaarpflicht wild diskutiert und kommentiert. Da die Hosen ja jetzt unten sind, ist es doch die perfekte Gelegenheit sich diesem haarigen Thema mit ein bisschen Ernst zu widmen.

Zuerst möchte ich aber die Gelegenheit nutzen und den drei Sportlerinnen zu ihrem Erfolg in Olympia zu Gratulieren!  Eine Wahnsinns Leistung, die gewürdigt werden muss.

Nun zurück zum Thema. Laut Presse dürfen sich die Sportlerinnen nicht rasieren, um den Intimbereich vor Verletzungen zu bewahren. 

Besonders im Intimbereich ist die frisch rasierte Haut empfindlich und kann sensibel auf Schweiß, Reibung und Druck reagieren. Was bei kurzen Touren nicht weiter auffällt, kann auf langen Trainingseinheiten zu Verletzungen bzw. Hautreizungen führen. Hier wird es Menschen geben, deren Haut sehr empfindlich reagiert und andere, die davon noch nie etwas gemerkt haben. Ähnlich ist es mit dem Hintern. Diesem Körperteil habe ich mich in einem anderen Beitrag bereits ausführlich gewidmet.

Wenn die Haare dann nachwachsen und durch die Haut stoßen, kann diese ebenfalls empfindlich auf Druck, Schweiß und Reibung reagieren. Auch hier kann es bei einer hohen Belastung oder bei empfindlichen Menschen zu Verletzungen kommen.

Allerdings habe ich auch schon von Beschwerden gelesen, wenn die Haare zu lang geworden sind und durch das Radfahren ständig gerieben haben.

Die wenigen, die offen über dieses Thema sprechen raten bei empfindlichen Personen zu einem 4mm bis 6mm Kurzhaarschnitt. 

Bedenken sollten wir, dass Frau wie Mann sehr viele Kilometer abspulen muss, um so erfolgreich im Radsport zu werden. Ich denke Profisportler verbringen mehr Zeit im Sattel, als ich am Schreibtisch auf meinem Hintern. Aus diesem Grund kann ich mir sehr gut vorstellen, dass dies zu körperlichen Beschwerden führt, die wir als „Normalos“ nicht haben.

Nun haben wir uns dem Thema doch sachlich genähert, ohne es zu bewerten, oder?

Dann sind wir doch glatt an dem Punkt, der mich an dieser Diskussion fürchterlich ärgert und seit Tagen beschäftigt. Warum muss jetzt die mögliche Intimbehaarung einer Radsportlerin bewertet bzw. verhöhnt werden? Nichts anderes ist es für mich, wenn ich Sätze lese, in denen behauptet wird, dass die drei Sportlerinnen nach ihren Erfolgen mit Sicherheit als erstes zum Rasierer gegriffen haben.

Es gibt Frauen, die gerne eine schicke Kurzhaarfrisur tragen. Es gibt Frauen die tragen ihr Haar gerne lang und offen. Andere wiederum fühlen sich nackt am besten. Wichtig ist doch an dieser Stelle nur, sich selbst wohl zu fühlen.

Mindestens genauso schlimm finde ich es, dass bei den Männern kein Mensch nach der Intimfrisur fragt. Warum ist das jetzt nicht so interessant?

So das musste jetzt raus. Ich hoffe, dass wir uns in Zukunft wieder über die Erfolge der Sportlerinnen freuen können und diese im Fokus stehen. Im Fokus sollte auch das Training stehen. Nur weil sie viel trainieren und hart arbeiten, haben sie Erfolg. Der Erfolg kommt nicht durch das bloße Tragen von Schambehaarung! Außerdem hoffe ich, dass die drei Sportlerinnen gefeiert haben und ihren Erfolg genießen können.

Was denkst du als Radfahrer oder Radfahrerin zu dem Thema?

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