Radreise Schottland

Radreise Schottland: Von Glasgow entlang Loch Lomond bis Benderloch

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Mit Rad, Bahn und Fähre sind wir nach Newcastle angereist. Mehr zur Anreise findest du hier. Von dort aus, sollte es in den ersten Tagen zum Loch Lomond und in die Highlands gehen. Von dort aus, wollten wir in Richtung Küste fahren. Was wir erlebt haben, wo der schönste Campingplatz auf der Strecke ist und wie wir mit voll bepackten Fahrrädern in den Highlands zurecht kamen, erfährst du in meinem zweiten Teil des Radreiseberichts in Schottland.

Tag 1: Vom Fährhafen zum Bahnhof von Newcastle und weiter nach Glasgow

In Newcastle war das Wetter schlecht und so haben wir uns spontan dazu entschieden von Newcastle aus mit dem Zug bis Glasgow zu fahren und dort eine Nacht im Hostel zu verbringen. Dazu mussten wir aber zuerst mit dem Fahrrad vom Fährhafen nach Newcastle fahren. Hierzu sind wir der National Route 72 of the National Cycle Network gefolgt. Ein Verzeichnis der Radwege in Schottland findest du bei sustrans. Der Radweg verläuft die meiste Zeit fern vom Autoverkehr und ohne nennenswerte Steigungen. Außerdem ist er wie alle Radwege in Schottland gut beschildert, sodass es einfach ist, ihm zu folgen.

Im Bahnhof in Newcastle angekommen haben wir uns ein bisschen wie bei Harry Potter gefühlt und in aller Ruhe ein Ticket für die Bahn gekauft.

Nach zwei Stunden Wartezeit ging es mit dem Zug nach Glasgow. Die Fahrt war völlig unkompliziert. Dort angekommen haben wir uns im nächsten Hostel eingebucht und sind früh ins Bett gegangen.

Tag 2: Von Glasgow nach Luss – ca. 50km

Eigentlich wollten wir früh in Richtung Loch Lomond aufbrechen. Irgendwie habe ich es aber fertig gebracht mit dem linken Fuß aus dem Bett zu steigen, was zu einer grummeligen Stimmung geführt hat. Nach einem Becher Kaffee sah die Welt aber schon ganz anders aus und so konnte es losgehen. Von Glasgow bis nach Balloch sind wir der National Route 7 gefolgt. Eine wirklich schöne Route, die dich auf Nebenstraßen oder über Radwege aus der Stadt führt. Selten bin ich einem so schönen Radweg durch eine Großstadt gefolgt.

Bei Dumbarton sind wir auf eine Brücke gestoßen, in deren Bögen Geschäfte und ein Café integriert wurden. Ein schönes Plätzchen, dass zum Mittagessen einlädt und ganz nebenbei auch über zwei saubere öffentliche Toiletten verfügt. Demnach der perfekte Ort für eine kleine Pause.

In Balloch angekommen, haben wir die örtliche Touristeninformation aufgesucht, um uns nach der Supermarktdichte im Norden zur erkundigen. Dort haben wir erfahren, dass der die nächsten Supermärkte in Oban und Fort William sind. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden Lebensmittel für die nächsten 4 Tage ein zu kaufen und mit zu nehmen. Das hat unser Gepäck natürlich noch einmal deutlich schwerer gemacht. Im Laufe der nächsten Tage sind uns hier und da kleine „Tante Emma“ Läden begegnet. Diese haben eine kleines Sortiment an Grundnahrungsmitteln, sodass es möglich ist, sich bei diesen Läden mit Lebensmitteln ein zu decken. Mehr als einen am Tag haben wir aber nie gesehen. Es ist also durchaus Empfehlenswert, einen Vorrat an Lebensmitteln für 1 bis 2 Tage mit zu nehmen. Alternativ findest du immer wieder Pubs, die eine warme Mahlzeit oder Sandwiches anbieten. Verhungern wirst du also nicht.

Von Balloch aus sind wir am Loch entlang bis nach Luss gefahren. Auf dieser Strecke haben wir schon in die Highlands schauen können. Ein wunderschöner Ausblick, der mir aber auch ein bisschen Respekt vor den kommenden Tagen eingeflößt hat.

Übernachtet haben wir auf einem Campingplatz in Luss. Selbstverständlich war es kalt und hat geregnet. Zum Glück wussten wir da noch nicht, dass und Kälte und Regen in den nächsten Wochen täglich begleiten sollten. Allerdings konnten wir unser Zelt direkt am Loch aufstellen und hatten einen wunderschönen Ausblick auf Loch Lomond.

Diese vom Ausblick sensationelle Platzwahl hatte aber auch eine Schattenseite. So nah am Wasser und nach dem Regen, haben wir unangenehme Bekanntschaft mit den Midgets gemacht. Alles aber auch wirklich alles, was du über diese kleinen bösen Mücken liest ist wahr!

Tag 3: Von Luss nach Tyndrum – ca. 49km

Unsere erste Nacht im Zelt auf schottischem Boden haben wir gut verbracht. Die Schlafsäcke waren warm genug, die Isolationswirkung der Isomatte super und das Zelt dicht. Allerdings waren nicht nur wir hungrig. Auch diese fiesen Midgets haben sich nach einem Frühstück gesehnt. Warum das unbedingt zwei Radreisende sein mussten ließ sich nicht klären. Also haben wir schnell zusammen gepackt und das Frühstück in einiger Entfernung zum Wasser zu uns genommen.

Bis Tarbet konnten wir dem Radweg folgen. Ab Tarbet mussten wir auf die A82 bis Tyndrum ausweichen. Die A82 ist stark befahren und an einigen Stellen sehr eng. Allerdings sind die schottischen Autofahrer sehr rücksichtsvoll, sodass es nicht gefährlich wurde. Das gilt allerdings auch für uns als Radfahrer. An den Ausweichstellen sind wir angehalten, um die „Schlange“ an uns vorbei ziehen zu lassen. Vom Verkehr abgesehen ist es wieder eine wunderschöne Strecke entlang dem Loch Lomond.

Ab Inverarnan merkst du, dass du in die Highlands fährst, denn es geht stetig bergauf. Allerdings sind die Steigungen lang gezogen und nicht übermäßig steil. Keine Angst, es ist nicht so schlimm, wie du dir das vorstellst. Ab Crianlarich nimmt der Verkehr ab, wodurch du dich viel besser mit der wunderschönen Landschaft auseinandersetzen kannst. Hier bist du jetzt wirklich in den Highlands und an allen Seiten von den Bergen umgeben. Hier sind uns auch schottische Autofahrer entgegen gekommen, die uns mit Lichthupe, Händen und Rufen zu gejubelt haben.

Wenige Kilometer vor Tyndrum haben wir einen Wunderschönen Campingplatz gefunden. Er hat saubere Toiletten und Duschen und einen perfekt ausgestatteten kleinen Shop. Gleichzeitig liegt er direkt am West Highland Way, sodass wir viele Wanderer getroffen haben, mit denen wir wunderbare Gespräche führen konnten. Das wunderschönste an dem Platz war aber die gigantische Aussicht. Am Ende unserer Reise waren wir uns einig, dass es für uns der schönste Ort in Schottland war. Wenn du mehr über den Campingplatz wissen möchtest, schau doch einfach bei Wigwamholidays vorbei.


Gleichzeitig war es aber auch vom Wetter her der beste Tag mit 25 Grad und einem ganzen Tag ohne Regen und mit ganz viel Sonne.

Tag 4: Von Tydrum nach Bendeich – ca. 58km

So schön dass Wetter auch am Vortag war, so dunkel, grau, nebelig und nass war der Tag danach. Wir haben aber trotzdem unsere Sachen zusammen gepackt und uns auf den Weg in Richtung Küste gemacht. Zuerst sind wir nach Tydrum gefahren. Auch dort gibt es wieder einen gut sortierten Shop mit Lebensmitteln und Outdoor Bedarf. Dort haben wir uns mit einem Frühstück gestärkt, um danach weiter zu fahren. Nach Tydrum geht es noch einige Kilometer bergauf. Die Anstrengungen werden aber belohnt. Du fährst bis Dalmally nur bergab. Ganz sanft, was für mich persönlich am meisten Spaß macht. Auch diese Strecke ist wunderschön. Du bist umgeben von Bergen, kleinen Bächen und immer wieder bewaldeten Flächen.

Folgst du weiter der A85 kommst du automatisch am Cruachan Besucherzentrum vorbei. Im Besucherzentrum gibt es ein Café, an dem du dich stärken kannst. Hier kannst du bei gutem Wetter auch draußen sitzen und die schöne Aussicht auf Loch Awe genießen.

Von hier aus fährst du einen „Pass“ entlang. Dieser Pass führt dich am Berg vorbei und du brauchst keine Steigung überwinden.

In Connel sind wir auf die A828 abgebogen, um nach Benderloch zu gelangen. Kurz vor unserem Campingplatz fing es an zu regnen, wie wild. Mit viel Wasser und noch mehr Wind, sodass wir Tropfnass am Campingplatz angekommen sind. Ein unglaublich netter Campingwart hat uns einen Windgeschützten Bereich für unser Zelt zur Verfügung gestellt. Außerdem hatte er einen kleinen Aufenthaltsraum, in dem wir den restlichen Tag verbracht haben. Denn an diesem Tag und auch in der Nacht hat es ununterbrochen geregnet.

Zum Glück durften wir indoor/outdoor kochen, sodass wenigstens der Bauch voll war, bevor es zum Schlafen ins Zelt ging.

Zusammenfassung der ersten 5 Tage:

Das Wetter war völlig in Ordnung und die Landschaft unglaublich schön. Wir haben auf dem schönsten Campingplatz unserer ganzen Reise übernachtet. Die Autofahrer waren rücksichtsvoll, die Radwege perfekt beschildert. Einzig und allein das unglaublich schlechte Essen hat uns belastet. Dazu wird es aber einen eigenen Beitrag geben.

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3 Kommentare

  1. lavendelblog

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Sehr spannend zu lesen. Bestimmt eine tolle Erfahrung.

    • Liebe Anika,
      vielen Dank für dein Kommentar. Ich freue mich sehr, dass dir mein Beitrage gefällt.

      Es war auf jeden Fall eine ganz großartige Erfahrung.

      Liebe Grüße

      Daniela

  2. Pinkback: Radreise Schottland: Von Benderloch bis zum Loch Ness | Velosophiecafé

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