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Wird die Autonation Deutschland zur Radnation?

München, Förderung

Die aktuelle Verkehrssituation in unseren Großstädten ist verfahren. Viele Menschen haben ihren Lebensmittelpunkt in den Städten. Das heißt, sie arbeiten und leben dort. Dadurch entstehen Ballungsräume. Damit verbunden ist ein deutlich erhöhtes Verkehrsaufkommen in den Innenstädten. Ein Verkehrsaufkommen, mit die Städte viele Jahre nicht gerechnet haben und wohl auch nicht rechnen konnten. Das führt dazu, dass allein in München ein Autofahrer im Schnitt 48 Stunden im Jahr im Stau steht. Allerdings ist nicht nur der Autoverkehr am stocken. Auch die öffentlichen Verkehrsmittel erreichen in vielen Städten ihre Grenzen und befördern heute schon so viele Menschen, dass sie an Ihre Grenze kommen.

So wie München geht es vielen Innenstädten in Deutschland. Allerdings setzen sich noch lange nicht alle intensiv mit diesen Hürden auseinander. Die wenigsten Städte haben schon Lösungsideen und setzten diese um. Eine Ausnahme macht die Stadt München, die ja Radelhauptstadt Deutschlands werden will.

Um das Verkehrsproblem in der Innenstadt zu lösen, setzt die Stadt München auf Elektromobilität und investiert in den nächsten Jahren viel Geld in die Förderung von Elektromobilität. Förderbar sind aktuell Elektroautos, Elektroroller, Lastenräder und E-Bikes. Allerdings ist die Förderung momentan nur für Gewerbetreibende mit ihrem Sitz in München vorgesehen, die ihre Fahrzeuge für gewerbliche Zwecke nutzen.

Die genannten Fahrzeuge werden in 2016 und 2017 mit 25% der Kaufsumme gefördert. Nach oben ist die Förderung bei E-Lastenräder auf 1.000 €, bei allen anderen Fahrzeugen auf 500,00 € begrenzt. Ein Bonus in Höhe von 1.000,00 € wird gezahlt, wenn ein mit Kraftstoff betriebenes Auto durch ein Elektrofahrzeug ersetzt wird. Weitere 500,00 € werden gezahlt, wenn das Fahrzeug mit Ökostrom „getankt“ wird.

In meinen Augen ist das ein für viele Kleingewerbetreibende ein attraktives Angebot. So hat zum Beispiel ein Lieferservice die Möglichkeit seine Flotte durch E-Bikes zu ergänzen. Damit sind die Lieferanten oft schneller, als mit dem Auto unterwegs und auch die Parkplatzproblematik hat sich erübrigt. Ich denke auch für viele Freiberufler, die in der Innenstadt unterwegs sind, ist das E-Bike eine super Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr und damit eine echte Alternative zum Auto.

Durch den vermehrten Einsatz von E-Bikes und E-Lastenrädern werden weniger Abgase in den Innenstädten produziert. Auf den Parkplatz für ein Auto passen mit Sicherheit fünf bis acht Räder, was die Parksituation mit Sicherheit entzerren wird.

Ein bisschen schade finde ich, dass die Förderung sich ausschließlich auf Gewerbetreibende beschränkt, denn ich denke gerade für Pendler wären einige dieser Elektrofahrzeuge eine echte Alternative zum Auto. Aber auch Familien, könnten von einer solchen Förderung profitieren. Ich persönlich hoffe, dass dieses Projekt in den nächsten Jahren auch auf Privathaushalte ausgeweitet und von vielen anderen Städten nachgeahmt wird.

Jetzt stell dir vor, dass dieses Projekt erfolgreich ist und von vielen Städten nachgeahmt wird.

Wie wird sich unsere Gesellschaft dann verändern? Sie verändert sich ja jetzt schon. Für viele junge Menschen hat das Auto keine Bedeutung mehr und zählt auch nicht mehr als Statussymbol.

Gelten E-Bikes und Fahrräder bald als ein selbstverständliches Transportmittel? Das würde ja bedeuten, dass viele Kollegen auf einmal mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Gleichzeitig würde es bedeuten, dass die Radfahrer eine immer größere Bedeutung als Verkehrsteilnehmer bekommen. Dadurch würde sich die Infrastruktur zu unseren Gunsten verändern. Stell dir mal vor, es gäbe Fahrradwege, auf denen keine Autofahrer mehr parken. Radwege, auf denen die Schneeschieber nicht mehr ihren ganzen Schnee platzieren. Weniger Scherben und Schnellradwege für die viel befahrenen Strecken. Fahrradparkplätze vor vielen Firmen und natürlich auch Umkleiden, Spinde und Duschen für die Arbeitnehmer.

Ich bin gespannt, wie sich unsere Gesellschaft verändert. Wie stehst du dazu?

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