Autolos leben

Alternative zum eignen Auto: Das Car Sharing

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Auch wenn ich nicht gerne Auto fahre und am liebsten mit dem Fahrrad unterwegs bin, führt ab und zu kein Weg an einem Auto vorbei. Aus diesem Grund habe ich mich vor zwei Jahren beim BooknDrive angemeldet. Seit dem nutz ich diesen Service regelmäßig und bin sehr zufrieden.

Das Car Sharing hat viele Vorteile gegenüber dem eigenen Auto.

Nur für Nutzung zahlen

Zu allererst zahlst du nur, wenn du das Auto auch nutzt. Das heißt die Kosten für Steuern, Versicherung, TÜV, ASU und Parkplatzstellplatz fallen weg. Diese musst du immer zahlen, egal wieviel oder wie wenig Kilometer du mit deinem eigenen Auto unterwegs bist. Gerade die Versicherung und die Steuern sorgen bei den meisten Menschen im Januar für lange Gesichter.

Auch die Kosten für Reparatur und Inspektion entfallen. Je nach Auto und Zustand können dafür einige Hundert Euro im Jahr zusammen kommen. Gerne vergessen wird der Wertverlust, des Autos. Ein Neuwagen verliert in den ersten 3 Jahren rund die Hälfte seines Wertes. Natürlich ist der Wertverlust abhängig von den Kilometern. Allerdings sind auch 40% noch ein Haufen Geld. Bei einem einem Gebrauchtwagen oder einer alten „Schrottkiste“ ist der Wertverlust nicht mehr ganz so gravierend aber auch hier kommen schnell einige hundert Euro im Jahr zusammen.

Auf der folgenden Seite werden die Kosten für ein eigenes Auto dem Car Sharing gegenüber gestellt. Ein Blick darauf lohnt sich auf jeden Fall.

Mein Mann und ich haben im letzten Jahr nur 250€ für das Car Sharing bezahlt. Das liegt natürlich auch daran, dass wir viele Wege mit dem Fahrrad und der Bahn zurück legen. Es zeigt aber ganz deutlich, warum sich das eigene Auto für uns auf keinen Fall lohnt.

Auto nach Nutzung auswählen

Heute Einkaufen, morgen ein Umzug und übermorgen für eine Woche an die Ostsee? Mit dem Car Sharing ist das kein Problem, denn du entscheidest, welches Modell du buchst. Für den Einkauf den City Flitzer, für den Umzug den Transporter und für die Reise einen Kombi. Ich finde es total genial, immer das richtige Auto zur Verfügung zu haben.

Wartung, Reparatur und Pflege liegen nicht mehr in deiner Verantwortung.

Auto waschen, saugen und Reinigen gehören der Vergangenheit an. Nutzt du ein Car Sharing Fahrzeug bist du dafür nicht mehr verantwortlich. Was aber nicht bedeutet, dass du es dreckig und vermüllt wieder abstellen sollst. Natürlich ist jeder Nutzer angehalten seinen eigenen Dreck auch wieder zu entsorgen.
Auch technisch sind die Autos, zumindest bei BooknDrive immer in einem guten Zustand und haben meist nur wenige Kilometer auf dem Tacho. Falls doch eine Reparatur oder Inspektion notwendig ist, übernimmt das der Car Sharing Anbieter. Du musst also nicht mehr Termine vereinbaren, in die Werkstatt fahren und die Wartezeit mit einem Leihwagen überbrücken.

Die leidige Parkplatzsuche

Das ist ja meine Hassbeschäftigung Nr. 1. Stundenlang irgendwelche Kreise ziehen und auf den nächsten Parkplatz geiern. Nur um die Kiste dann in eine Mini Lücke zu manövrieren und am Ende doch wieder 800m bis nach Hause zu Laufen. Da bekomme ich schon beim Schreibe dieses Artikels Puls.

Zum Glück haben die Car Sharing Fahrzeuge feste Parkplätze, die frei gehalten werden müssen. Das nächste Fahrzeug ist von uns 50m entfernt und wenn ich das nicht bekomme habe ich im Umkreis von 200 bis 700 Metern ungefähr 8 Fahrzeuge zur Verfügung. Alle mit festen Parkplätzen, sodass ich keine Kreise mehr ziehen muss.

Ressourcen schonen

Wusstest du, dass die Autos in privaten Haushalten im Schnitt 23 Stunden am Tag stehen und nur eine Stunde gefahren werden? Ich fand es erschreckend, als ich diese Zahl das erste mal gehört habe. Auch die Überlegungen, die im Anschluss folgten haben die Sache nicht besser gemacht. Bedenk mal, wieviele Ressourcen für die Produktion eines Autos verbraucht werden, dass am Ende 23 Stunden steht und nicht genutzt wird. Die Überlegung kannst du noch weiter führen, denn auch der Platz, auf dem das Auto steht kostet Ressourcen oder die Straßen auf denen diese Unmengen an Autos unterwegs sind.

Natürlich stehen auch die Autos vom Car Sharing einen Teil des Tages ungenutzt auf ihrem Parkplatz und selbstverständlich werden auch für Ihre Produktion Ressourcen verbraucht und auch sie nutzen die Infrastruktur. In meinen Augen liegt der große Unterschied aber darin, dass sie regelmäßig von 7 bis 8 festen Personen genutzt werden. Die Zahlen hier sind übrigens steigend.

Ich stelle mir immer vor, wie sich unser Stadtbild verändern würde, wenn für jedes Car Sharing Auto nur fünf PKWs verschwinden würden. Was könnte aus den freien Flächen nicht alles gemacht werden. Platz zum Spielen für Kindern. Ruhe und Erholungsflächen oder Grünflächen.

Günstig nur auf Kurzstrecke?

Richtig günstig ist ein Car Sharing auto vor allem, wenn du es für eine relativ kurze Strecke über einen kurzen Zeitraum nutzt. Möchtest du lange Strecken fahren oder es über Nacht buchen, bist du mit einem Leihwagen oft günstiger unterwegs.

BooknDrive hat festgestellt, dass dies abschreckend auf potenzielle Kunden wirkt. Sie bieten Reiseautos als Alternative an. Diese müssen für mindestens 24 Stunden gebucht werden und stehen nicht an jedem Standort zur Verfügung. Dafür ist die Tagespauschale günstiger und vor allem bei den gefahrenen Kilometern sparst du viel Geld. Das lohnt sich auf jeden Fall für längere Touren und ist günstiger als ein Leihwagen.

Das Gefühl der Freiheit & das Statussymbol

Es gibt wirklich viele Argumente, die für das Car Sharing in den Städten sprechen. Die Kosten sind überschaubar, der Parkplatz immer vorhanden und das Auto in einem Top Zustand. Zwar sind die Argumenten gegen das eigene Auto stark und die Zahlen der Car Sharing Nutzer steigend, doch viele Menschen investieren immer noch in einen eigenen PKW.

Die Frage, die ich mir hier regelmäßig stelle ist, warum tun sie das. Ich lese und höre immer wieder, dass das eigene Auto mehr Freiheiten bietet und die Besitzer flexibler sind. Im ersten Moment ist das sicher so. Möchte ich ein Auto nutzen, überlege ich mir erst, wie lange ich es brauche, suche dann die Station, an der es steht und buche es. Natürlich ist das nicht ganz so einfach, wie den Schlüssel zu nehmen die Treppe runter zu dappen und ein zu steigen. Also bin ich im ersten Moment unflexibler. Auch heute gehört ein Auto für viele noch dazu. Ich lebe mit meinem Mann zusammen, wir haben zwei Vollzeitjob und kein Auto. Viele Menschen verstehen, nicht, warum wir freiwillig auf das Auto und die damit verbundene Freiheit verzichten.

Ich bin der Meinung, dass ich nicht auf Freiheit verzichte, sondern mehr Freiheit gewinne. Immer, wenn ich ein Auto brauche, steht es mir zur Verfügung. Jedoch bezahle ich nur dafür, wenn ich es auch brauche. Werkstattbesuche, Autowaschen und TÜV Termine habe ich nicht. Ich spare Geld, Zeit und habe immer den richtigen PKW. Die gewonnene Zeit und das gesparte Geld nutze ich für Dinge, die mir wichtig sind. Das ist meine Freiheit.

In meinen Augen ist das Car Sharing in der Stadt eine gute Alternative zum eigenen Auto. Auf dem Land sieht das schon anders aus.
Wie stehst du zum Car Sharing? Hast du es schon probiert?

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