Radreise Schottland

Radreise nach Schottland planen: Klima, Budget, Anfahrt und Unterkunft

Vorbereitungen für eine Radreise durch Schottland

Die Entscheidung, wo es in diesem Jahr hin geht ist gefallen! Mich zieht es nach Schottland, in die Einsamkeit, die Berge und die schönen kargen Landschaften. Auch in diesem Jahr wieder mit Mann und natürlich mit den Fahrrädern. Den Schwerpunkt unserer Reise möchten wir auf die schottischen Highlands legen. Mit dieser Entscheidung ist ein großer Schritt getan. Wir wissen wo es hin gehen soll und in welcher Region wir schwerpunktmäßig unterwegs sein werden. Damit sind die Reisevorbereitungen aber noch lange nicht abgeschlossen und noch viele Fragen offen, wie die nach der Anreise, der Unterkunft und dem Budget. Diesen Fragen gehen wir jetzt einfach zusammen auf den Grund. 

Wie komme ich mit meinem Fahrrad nach Schottland?

Die erste Frage, die wir uns gestellt haben ist, wie wir mit unseren Fahrrädern nach Schottland und wieder zurück nach Deutschland kommen. Für die Anreise nach Schottland gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du kannst fliegen, mit dem Auto und der Fähre fahren oder den Zug und die Fähre wählen.

Wir haben uns für eine Kombination aus Zug und Fähre entschieden. Wir werden nachts mit dem IC nach Amsterdam fahren. Ankommen werden wir morgens um 09:00 Uhr. Von dort aus werden wir die 20 km bis zum Fährhafen mit dem Fahrrad fahren. Unsere Fähre legt abends um 18:30 Uhr ab und wird am nächsten Morgen gegen 9:00 Uhr in New Castle ankommen. Aus folgenden Gründen ist die Kombination aus Fähre und Zug unser Favorit.

  • Wir bevorzugen langsames Reisen und genießen es zu beobachten, wie die Landschaft sich um uns herum langsam verändert
  • Fahrräder und Gepäck müssen nicht extra verpackt werden und kommen ohne große Beschädigungen am Ziel an
  • Unserem ökologischen Fußabdruck zuliebe vermeiden wir es zu fliegen
  • Wir lieben sowohl das Zug fahren als auch die Fahrten auf der Fähre
  • Oft treffen wir in Nachtzügen und Fähren gleichgesinnte und genießen die Gespräche mit ihnen
  • Mit dem Fahrrad von einem Flughafen weg zu kommen ist nicht immer so einfach

Die Kosten für diese Verbindung sind überschaubar. Wir bezahlen für die Hin- und die Rückreise 300€ pro Person für beide Strecken. Hier lohnt es sich früh zu buchen. Die Fährfahrt haben wir 4 Monate im Voraus gebucht und die Zugverbindung 3 Monate.

Wie lange wollen wir verreisen?

In den letzten Jahren sind wir immer drei Wochen lang unterwegs gewesen. Für unserem Urlaub in Schottland haben wir uns dazu entschieden, 3,5 Wochen zu reisen. Ausschlaggebend ist für uns, dass wir allein für die An- und Abreise 4 Tage brauchen. Hinzu kommt, dass wir in den Highlands einige Höhenmeter überwinden müssen und dadurch unsere Tagesetappen kürzer ausfallen. Um trotzdem genug sehen zu können, verlängern wir einfach um vier Tage. Ich bin mir aber sicher, dass eine Radreise durch Schottland auch mit einer kürzeren Reisedauer zu einem unvergesslichen Erlebnis wird!

Welches Klima erwartet uns und wann ist die beste Jahreszeit?

Das schottische Klima ist eher kühl und Regen ist keine Seltenheit. In den schottischen Highlands ist es rauer als außerhalb der Highlands, sodass wir den Regen und den Wind fest einplanen.

Im Juni und Juli herrscht eine Durchschnittstemperatur von 20 Grad am Tag und 11 Grad in der Nacht. Pro Tag erwarten uns 5 bis 6 Sonnenstunden. Zu Bedenken ist aber, dass es möglich ist in den Genuss von 4 Jahreszeiten an nur einem Tag zu kommen. Regen und Wind sind keine Seltenheit und beides kommt oft ganz überraschend.

Wir werden von Mitte Juni, bis in den Juli hinein durch Schottland fahren. Auch wenn in dieser Jahreszeit sowohl die Midgets (Mücken), als auch die Touristenschwärme Schottland bevölkern.

Wenn du mehr zum Klima in Schottland wissen möchtest, dann schau doch bei Stephan auf myhighlands vorbei. Stephan ist begeistert von Schottland und auf seinem Blog findest du umfangreiche Informationen zum Klima in Schottland. Stephans Tipp ist übrigens der Reisemonat Mai, da das Wetter im Mai schon schön ist, die Touristenströme und Midgets aber noch nicht Schottland bevölkern.

Welche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Schottland

Für uns als begeisterte Camper stellt sich die Frage nach der Übernachtungsmöglichkeit nicht. Wir werden mit unserem Zelt durch Schottland reisen und auf den vielen Campingplätzen, die über das Land verteilt sind übernachten. Wir lieben es draußen zu schlafen und morgens von der Sonne und den Vögeln geweckt zu werden. Zudem genießen wir die Flexibilität überall übernachten zu können und soviel Kilometer zu fahren, wie wir möchten. Gerne auch weniger, als wir eigentlich möchten. Auch wenn wir beide wissen, dass das Wetter in Schottland uns nicht jeden Tag zum Campen „einladen“ wird.

Eine Übersicht aller Campingplätze in Schottland findest du hier.

Übrigens musst du in Schottland nicht auf Campingplätzen übernachten. Dort ist das Wild Zelten erlaubt, solange du dich an die entsprechenden Regeln hältst.

Möchtest du deine Nächte nicht auf dem Boden verbringen und in einem vernünftigen Bett schlafen, kannst du in Pensionen oder Hotels übernachten. Besonders an regenreichen Tagen hat das den Vorteil, dass du deine Kleidung über Nacht trocknen kannst und selbst im warmen und trockenen schläfst. Außerdem sparst du Zeit, da du dein Zelt nicht auf- und abbauen musst. Morgens kommst du in den Genuss von einem ordentlichen schottischen Frühstück. Mit so einem Frühstück im Bauch lässt es sich bestimmt gut in eine Radreise Tag starten.

Entscheidest du dich für feste Unterkünfte, solltest du besonders im schottischen Hochland vorab reservieren. Im Hochland ist die Hoteldichte nicht sehr groß und in der Hauptsaison sind die Unterkünfte unter Umständen schon ausgebucht. Achte aber bei deinen Reservierungen darauf, dass du die Abstände zwischen den einzelnen Unterkünften nicht zu groß wählst. Du wirst durch das Wetter und die Höhenmeter wahrscheinlich nicht dein gewohntes Pensum an Tageskilometern erreichen.

Selbstversorgung oder essen gehen?

Eine Frage, die wir uns auf längeren Reisen nicht stellen. Wir haben immer unsere kleine Küche dabei, um uns etwas zu Essen zu machen. Der abendliche Streifzug durch den Supermarkt gehört für uns genauso dazu, wie der frische Kaffee am Morgen. So sind wir nicht darauf angewiesen mit Touristen Futter „beglückt“ zu werden. Das Essen in touristischen Gebieten ist oft viel zu teuer, wenig landestypisch und in zu vielen Fällen auch noch schlecht.

Außerdem stellt bei drei Wochen Urlaub die Verpflegung einen großen Kostenpunkt da. Besonders, wenn du bei allen Mahlzeiten auf ein Restaurant oder einen Imbiss zurück greifen willst. Kochen wir selbst, belasten wir bei der Selbstversorgung unser Budget nicht zusätzlich. Kommen wir aber an einer kleinen Gaststätte auf dem Land vorbei werden wir auf jeden Fall halt machen und uns den Bauch voll schlagen.

Welches Budget brauchen wir für eine Radreise durch Schottland?

Das Budget ist immer abhängig von der Reisedauer, der Anfahrt, Unterkünften, touristischen Aktivitäten und Verpflegung unterwegs.

Für uns gilt: Da wir mit dem Zelt unterwegs sein werden, uns selbst versorgen und wenige touristische Aktivitäten unternehmen, brauchen wir in Europa ca. 300,00€ pro Kopf und Woche. Das sind ca. 42,00 € pro Kopf pro Tag. Dazu kommen die Kosten für An- und Abreise. In unserem Fall sind das 300€ pro Person. Am Ende kalkulieren wir für diesen Urlaub ein Budget von ca. 1.200 € pro Person.

Der Betrag wird deutlich kleiner ausfallen, wenn du wild zeltest und auf Campingplätze verzichtest. Ein deutlich höheres Budget brauchst du, wenn du in Hotels übernachtest und regelmäßig essen gehst.

Fehlen dir die Erfahrungswerte, um ein Budget für deine Reise fest zu legen, lohnt sich ein Blick in die Reiseführer von Lonley Planet. Hier bekommst du für jedes Land je nach Unterkunft und Aktivitäten verschiedene Budgets vorgeschlagen. Nach meinen Erfahrungen sind diese Budgets sehr realistisch. Denk aber immer an einen kleinen Puffer, für unvorhersehbare Ereignisse, wie Reparaturen am Fahrrad, ein Hotelzimmer bei schlechtem Wetter oder auch einen Arztbesuch.

Nun ist der erste Schritt für die Urlaubsplanung getan und die Vorfreude steigt enorm. Zum Glück müssen wir uns nicht mehr so lange gedulden.

Im nächsten Schritt werde ich die Details planen und die Ausrüstung zusammenstellen. Selbstverständlich lasse ich euch an dem Ergebnis teilhaben. Bis dahin wünsche ich euch noch viel Spaß beim Lesen und bei euren Vorbereitungen.

Wo geht es denn bei euch in diesem Jahr hin? Habt ihr einen „Geheimtipp“ für uns?

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